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MediNait mitbringen, das über der Spüle steht.« MediNait machte
sie normalerweise sehr schläfrig, aber sie hatte den letzten Rest der
Arznei, die für den Tag bestimmt war, bereits genommen und woll-
te nicht riskieren, vor Tony noch einmal so niesen zu müssen.
Als Tony den Flur hinunterging, erlaubte sich Libby, ihn sich
genauer anzusehen. Er trug ein blaues T-Shirt der Marke Columbia
und alte, ausgewaschene Jeans. Bei den meisten Männern fiel ihr
überhaupt nicht auf, was für Hosen sie trugen, außer wenn sie viel-
leicht gelb kariert oder ähnlich seltsam waren. An Tony sahen
Jeans gut aus. Sie stellte fest, dass es seine Schenkel waren. Sie
konnte erkennen, wie sich seine straffen Muskeln beim Gehen an-
spannten. Sein T-Shirt schmiegte sich an seine breiten Schultern.
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Seit Libby ihn kannte, hatte Tony American Football gespielt.
Sie wusste, dass er sogar an der Uni eine Gruppe Freunde hatte, mit
denen er sich mindestens einmal pro Woche traf, um ein spontanes
Match zu spielen. All die Jahre auf dem Spielfeld hatten Tonys
Oberkörper gutgetan. Er war nicht so massig wie manche anderen
Footballspieler, sondern schlank und breit, mit Oberarmen, die die
Ärmel seines T-Shirts leicht dehnten. Sie liebte diese Arme.
Nachdem Tony zurückgekommen war und Libby gehorsam
ihre Arznei geschluckt hatte, machte er es sich auf dem Sofa gemüt-
lich, legte einen starken muskulösen Arm um Libbys Schultern und
lehnte sich zurück, um den Film anzuschauen.
Sie versuchte, gegen die Wirkung des Erkältungsmittels an-
zukämpfen, doch noch lange bevor der Held sein Mädchen bekam,
war Libby gegen Tonys Schulter gesunken und tief eingeschlafen.
Tony überlegte, ob er sie in ihr Zimmer tragen sollte, konnte
sich aber nicht dazu aufraffen. Ihre Mutter würde erst in mehreren
Stunden zurückkommen, und was würde geschehen, wenn Libby in
der Zwischenzeit Hilfe brauchte? Deshalb lehnte er sich in die Pol-
ster zurück und zog Libby, die immer noch in ihre Decke eingewick-
elt war, an seine Brust. Es wurde spät und er konzentrierte sich da-
rauf, seinen Atem dem Auf und Ab ihres Rückens anzupassen, bis
er selbst einschlief.
Am nächsten Morgen wachte Libby in ihrem eigenen Bett auf
und fühlte sich, als hätte sie noch nie in ihrem Leben so gut gesch-
lafen. Sie brauchte eine Weile, bis sich ihre Gedanken klärten. Dann
entsann sie sich, dass Tony sie besucht und ihr Suppe und einen
Film mitgebracht hatte. Sie konnte sich auch undeutlich daran erin-
nern, dass Tony sie in seine Arme genommen und sie sich eng an
ihn gekuschelt hatte, aber dieser Teil war bestimmt nur ein Traum
gewesen. Andererseits war es undenkbar, dass ihre 1,52 Meter
kleine Mutter sie vom Sofa ins Bett getragen hatte, und so blieb nur
eine aufregende Möglichkeit, wie sie gestern Abend zurück ins Bett
gekommen war.
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Als sie sich aufsetzte, bemerkte sie einen dicken blauen Ordner
am Fußende ihres Bettes. Sie öffnete ihn und fand dort in Tonys
undeutlicher Handschrift eine Nachricht an sie.
Libby,
deine Mutter ist zurückgekommen und ich muss
nach Hause. Hier ist der erste fertige Entwurf
meines Buchs. Ich habe dir doch versprochen, dass
du die Erste sein wirst, die es lesen darf. Erinnerst
du dich? Schau mal rein, wenn du Zeit hast. Ich
hoffe, es gefällt dir.
Alles Liebe,
Tony
P.S.: Für den Fall, dass du dir Gedanken gemacht
hast  Johnny Depp kann fliehen und Orlando
Bloom bekommt das Mädchen.
Das war also ihre Überraschung gewesen. Libby grinste breit, als sie
sich zurück in ihre Kissen lehnte und anfing zu lesen.
5. Kapitel
»Wir haben es geschafft!« Mel hüpfte auf und ab und quietschte
vor Freude. Bei diesem Tanz schwang der hellgrüne Talar leicht hin
und her. Mit ihrem blonden Haar und der hellen Haut sah Mel sehr
hübsch in Hellgrün aus.
John hob Melanie hoch und drehte sie im Kreis.
»Gratuliere, Baby!«, sagte er, bevor er sie etwas unziemlich
umarmte. Die beiden waren zusammen so unvorstellbar niedlich.
»Dir auch, Libster.« John zielte mit einer Fingerpistole auf Libby
und schoss. Gott, wie sie diesen Spitznamen hasste.
Parker drückte Libby einen Kuss auf den Kopf. »Ja, ich grat-
uliere«, flüsterte er. Libby wünschte sich, er würde mit Gesten wie
diesen aufhören. John und Mel waren jetzt schon eine ganze Weile
zusammen und Libby hing daher zwangsläufig immer mit Parker
herum. Nicht, dass es ihr etwas ausmachte; es war eigentlich gut,
dass sie für alle großen Veranstaltungen in ihrem Abschlussjahr
automatisch eine Verabredung hatte. Außerdem mochte sie Parker
wirklich. Er war lustig und selbstbewusst und obwohl sie ihre Ober-
flächlichkeit nicht gerne zugab, so hatte ihr die Tatsache, dass ein
Mann extra aus New York eingeflogen war, um sie zu sehen, doch
ein gewisses Maß an Ansehen verliehen. Sie kamen eigentlich sehr
gut miteinander aus, doch obwohl sie sich einige Male flüchtig
geküsst hatten, schien er doch kein größeres Interesse an ihr zu
haben. In letzter Zeit hatte er sie jedoch mehrmals angerufen und
berührte sie öfter, als es nötig war. Nachdem sie nun die
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Highschool hinter sich gebracht hatte, wollte sie die Sache mit Tony
Marchetti selbst in die Hand nehmen. Die Sache mit Parker konnte
deshalb etwas heikel werden.
Der Garten der Marchettis sah herrlich aus. Papierlaternen
hingen an Kordeln, die Mr Marchetti zwischen den Bäumen angeb-
racht hatte, und Tiki-Fackeln brannten am hinteren Ende des
Gartens. Mel hatte Monate damit verbracht, ihre hawaiianische Ab-
schlussparty zu planen. Nach der Größe der Menschenmenge zu ur-
teilen, war die Party ein großer Hit. Viele Tische und Stühle standen
unter einem großen gemieteten Zelt; weitere Gartenstühle waren
überall im Garten verteilt, damit jedem der geladenen Gäste ein
Platz angeboten werden konnte. Libby hatte fast den ganzen Abend
die zuvorkommende Gastgeberin für Parker gespielt, war jedoch
dankbar, als er in eine Unterhaltung über Baseball verwickelt
wurde und sie sich heimlich davonmachen konnte.
Libby schlenderte am Rande des Gartens herum und fror ein
wenig in ihrem Grasrock und Bikini-Top. Sie wollte sich aber auf
keinen Fall umziehen, bevor Tony da war. Sie wusste, dass sie gut
aussah, und überlegte, dass ein wenig Sex-Appeal sich auf jeden
Fall positiv auf ihren Plan auswirken würde. Tonys Flug hatte Ver-
spätung gehabt und er hatte deshalb die Zeremonie verpasst; mit-
tlerweile musste er aber da sein.
»Bekomme ich eine Umarmung von der Schulabgängerin?«
Als hätte sie ihn durch ihre Gedanken herbeibeschworen, hörte
Libby Tonys warme Stimme vom anderen Ende des Gartens. Sie
folgte seiner Stimme, und als sich ihre Augen langsam an die
Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte sie ihn ausgestreckt auf einem
alten Liegestuhl unter einem Baum erkennen.
»Ich wusste nicht, dass du schon hier bist.«
»Ich bin vor ungefähr einer Stunde angekommen. Du warst &
beschäftigt.« Tony stand auf, während sie näher kam, hob sie hoch
und umarmte sie, sodass sie nur noch auf ihren Zehenspitzen
stand. Seine Haut fühlte sich sehr warm auf ihrer Haut an; sie kon-
nte seinen Atem warm und feucht auf ihrem Nacken spüren. Für
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einen langen Moment zog er sie noch enger an sich heran, dann set-
zte er sie wieder auf dem Boden ab. »Wie fühlt es sich an?«
»Gut.« Libby hauchte die Antwort, bis ihr klar wurde, dass
Tony wahrscheinlich über ihren Schulabschluss sprach. »Es ist su-
per. Ich fühle mich toll.«
Tony zog Libby neben sich hinunter auf den Liegestuhl. Er
hielt ihre Hand weiterhin mit seiner umfasst.
»Hast du dich schon für eine Uni entschieden? Du hast nicht
mehr viel Zeit.«
Libby grinste. Sie hatte eine gute Nachricht für Tony. »Also,
genau genommen habe ich von der Columbia gehört und eine Zus-
age bekommen!«
Libby hatte Zusagen von fast allen Schulen bekommen, bei
denen sie sich beworben hatte. Bei der Columbia, ihrer ersten
Wahl, war sie jedoch auf der Warteliste gelandet. Von der Florida
State war sie am meisten beeindruckt gewesen und sie hätte dort
die beste finanzielle Beihilfe bekommen. Sie wollte aber nach New
York. Wenn man sie nach dem zweiten Interview an der Columbia
nicht akzeptiert hätte, wäre NYU ihre Ausweichmöglichkeit [ Pobierz caÅ‚ość w formacie PDF ]

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